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Veröffentlicht: 03. Dezember 2017 | Drucken

Könntest du etwas zu deiner Bewerbung bei FFE sagen?

 

Es gibt regelmäßige Fristen bzw. Termine, z.B. im Februar oder auch im November, zu denen man sich bewerben kann, die Termine findet man auf der FFE Homepage
- Dazu benötigt  man ein sogenanntes Motivationsschreiben, d.h. ich muss erklären, warum ich ein Auslandpraktikum machen möchte und auch schon in welchem Land.
- Außerdem ist ein Lebenslauf anzufertigen, in Deutsch und in der Sprache des Ziellandes. Das schickt man an das Büro von FFE in Detmold.
- Dann wird man zu einer Art Bewerbungsgespräch eingeladen. Das ist allerdings kein wirklich hartes Auswahlgespräch. Es findet in deutscher Sprache und in Anwesenheit einer Lehrerin oder eines Lehrers deiner Schule als Gruppengespräch statt.  Vor dem Gespräch muss man jedoch noch eine Menge Dinge organisieren, wie zum Beispiel die Suche nach einem Praktikumsbetrieb und einer Unterbringung .  Den Nachweis für den Praktikumsbetrieb kann man aber auch noch nach dem Bewerbungsgespräch nachweisen.

FFE:
  • ist ein Netzwerk von Berufskollegs im Regierungsbezirk Detmold
  • stellt  einen „Gemeinschaftsantrag“ im Rahmen von Erasmus+ KA 1
  • ermöglicht die finanzielle Förderung bei drei- und vierwöchigen Auslandsaufenthalten von Azubis und Schüler*innen in Assistentenbildungsgängen
→http://fit-fuer-europa.de/

Gab es auch Schwierigkeiten bei der Bewerbung ?

Ja, ich habe neben dem Abi viel Zeit aufgewendet, um den Papierkram zu erledigen. Es ist gut, wenn man das schrittweise macht, auch um die Fristen einzuhalten. Ich hatte dabei besonders viel Hilfe durch meinen Betreuungslehrer und Frau Brose von FFE, die glücklicherweise am Rudolf-Rempel- BK unterrichtet.

 

Und wie war es mit der Suche nach dem Praktikumsbetrieb?

Ich wollte unbedingt nach England und ich wusste, dass das schwierig ist.  Um die 140 Betriebe habe ich angeschrieben, 40 haben – meistens sehr nette -  Absagen geschickt und schließlich hat es doch noch geklappt.
Dann habe ich mich um eine Unterbringung gekümmert. Ich wollte nicht so gerne in ein Hostel, sondern lieber in eine Gastfamilie und das war auch die richtige Entscheidung für mich.
Und schließlich war noch eine Fahrt dahin zu organisieren, also Tickets für Flug, Züge und Busse.
Je früher man damit anfängt, desto besser.

 

Du hast ja auch andere kennengelernt. Wie haben die das gemacht?

Manche Auszubildende arbeiten in Firmen, die Ableger im Ausland haben, dann ist es ziemlich einfach. Andere suchen sich Plätze in Branchen, die mit ihrer Ausbildung nur entfernt etwas zu tun haben... Ich habe mich schließlich dazu entschieden, nur noch zu mailen, da ein Anruf in einem ausländischen Betrieb schon ganz schön Überwindung kosten kann.

 

Und wie war das mit der Sprache?

Ich war vorher nicht so sicher, wie gut mein Verständnis sein würde in so einem Betrieb, aber das Vertrauen, auch selbst etwas aktiv bei Gesprächen, wie in der Mittagspause, beizutragen, ist wirklich gewachsen. In die Fachsprache habe ich mich - auch durch gute Betreuung - schnell eingearbeitet.  In der Gastfamilie haben wir – eine tschechische Praktikantin und ich - keine Probleme gehabt, auch über anspruchsvollere Themen zu reden. Auch die Entscheidung, eine Gastfamilie zu suchen, hat sehr geholfen, da ich mich mit meinen Gasteltern eine Menge unterhalten habe.

 

Wie  sieht es mit der Finanzierung des Praktikums aus?

Ich habe eine Förderung über  FFE erhalten. In meinem Falle, d.h.  4 Wochen in England, waren das 1100 €. Aber das variiert je nach Land und Dauer des Aufenthalts. Diese Förderung deckte in meinem Fall fast alle Kosten ab, z.B. für die Flüge, die Bus- und Bahntickets  und die Unterkunft. Zusätzlich benötigte ich noch etwas Geld für Lebensmittel und wenn man ausgeht.  Bei frühzeitiger Buchung kann man natürlich sparen.

 
Welche Erfahrungen bleiben zusammenfassend besonders in Erinnerung?

Auf jeden Fall die Freundlichkeit und die Höflichkeit der Menschen in England. Zum Beispiel: Wie wichtig es ist, dort zu grüßen und freundlich mit seinen Mitmenschen umzugehen. Und Hilfsbereitschaft, wie ich sie beim Zugfahren erlebt habe. Das fällt einem besonders auf, wenn man zurück in Deutschland und in OWL ist. Zur Vorbereitung gibt es übrigens von der IHK hier in Bielefeld ein interkulturelles Training, an dem man teilnehmen muss. Dort  wurde beispielsweise auf politische und religiöse Tabus oder Problemthemen hingewiesen, die in den deutsch-britischen Beziehungen und der Kommunikation bestehen könnten.

 
 Was sind deine Tipps am Abschluss dieses Interviews, die du Bewerberinnen geben kannst?

1. Bewerbe dich so früh wie möglich um einen Praktikumsplatz.
2. Durchhalten, auch wenn es schwierig ist. Nicht sofort aufgeben,
3. Nicht zögern,  um Hilfe zu bitten: hier am Berufskolleg Senne oder auch direkt bei FFE.

 
Und wie geht es bei dir jetzt weiter?

Ich möchte unbedingt weitere Praktika im Ausland machen,  auch während des Studiums. Mein Ziel ist es, an einer Filmhochschule zu studieren.

 
Vielen Dank, Greta, für deine Bereitschaft zu diesem Interview und der Veröffentlichung und viel Erfolg im Studium.  
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